Caritas Altenzentrum St. Ulrich - Leitbild

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Caritas-Altenzentrum St. Ulrich

Leitbild

Unser Leitbild orientiert sich am Leitbild des Caritasverbandes und am christlichen Menschenbild, d. h. die Sicht des Menschen wird vom Glauben bestimmt.

Leitbild

Unser Verständnis vom Menschen

Jeder Mensch gilt als einmalig und unverwechselbar. Wir verstehen jeden Menschen als ein Geschöpf, das von Gott gewollt und angenommen ist, ungeachtet seiner Herkunft, Konfession, Hautfarbe, seines Geschlechts, seiner Bildung und Leistung.
Wir sehen die Würde und den Wert eines jeden Menschen als unantastbar an. Er verliert sie zeitlebens nicht, auch nicht durch Krankheit, im Alter, bei körperlicher und/oder geistiger und/oder seelischer Behinderung.
Nach unserem Verständnis ist jeder Mensch als Ganzheit in seinen leiblichen, geistigen, seelischen, religiösen und sozialen Bezügen geschaffen.
Durch sein Ich-Sein hat jeder Mensch Vorrang vor Sachen. Nach unserer Überzeugung ist jeder Mensch mit seinen Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten und auch mit seinen Behinderungen zur Entwicklung und Reifung angelegt und bestimmt, und hat einen unverwechselbaren Auftrag für seine Umgebung.
Wir verstehen menschliches Leben als einen Weg, der mit Möglichkeiten von Gelingen und Scheitern, Reifung und Krisen ausgestattet ist. Im Annehmen und Integrieren aller Stärken und Schwächen kann Menschwerdung erfahrbar werden. Der Mensch ist angewiesen auf Kommunikation und Interaktion mit anderen.

 

Unser Verständnis von Pflege

Pflege ist ein Beitrag zur Lebensförderung in unserer Gesellschaft. Ganzheitlich orientierte Pflege vollzieht sich nach Schritten des Pflegeprozesses und bezieht das soziale Umfeld mit ein.
Pflege umfasst die Erhaltung und/oder Wiederherstellung der Gesundheit, die aktivierende Hilfestellung, Beratung und Begleitung bei Krankheit, Behinderung, im Alter und im Sterben. Ebenso die Unterstützung bei psychischen, physischen und sozialen Bedürfnissen.
Primär sehen wir es als wichtigste Aufgabe in der Pflege an, gesundheitsförderndes Verhalten bewusst zu machen.
Unser Verständnis von Pflege ist: Aktivierung zu fördern, Rehabilitation zu unterstützen, Passivität zuzulassen, Intimsphäre zu berücksichtigen, Balance zwischen Nähe und Distanz zu schaffen.
Sterben, Tod und Trauer sind wesentliche Lebenserfahrungen. Die eigene Auseinandersetzung mit Sterben und Tod ist ein wesentlicher Bestandteil für die Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen.

Unsere Verantwortung gegenüber den BewohnerInnen

Weil wir in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes sehn, begegnen wir allen BewohnerInnen und Angehörigen mit Achtung und Ehrfurcht. Wir versuchen, alle anzunehmen und sie Gottes Menschenfreundlichkeit erfahren zu lassen. In jedem unserer BewohnerInnen sehen wir einen Menschen mit eigener Lebensgeschichte, mit eigenen Fragen und Ängsten, Erwartungen und Bedürfnissen, Lebensgewohnheiten, Weltanschauungen und persönlichem Umfeld und wollen auf seine Individualität soweit wie möglich eingehen. Eine besondere Wertschätzung erweisen wir allen benachteiligten und vernachlässigten Menschen unserer Gesellschaft. Einen wesentlichen Teil unserer Arbeit für und mit den BewohnerInnen verstehen wir als Hilfe zur Selbsthilfe. Wir wollen seine Freiheit achten und seine Entscheidungsfähigkeit und Selbstständigkeit soweit wie möglich erhalten und fördern. Offenheit und Klarheit in unseren Gesprächen mit den BewohnerInnen sind uns darum sehr wichtig.
Sterben und Tod sind für uns untrennbarer Teil des Lebens. Wir treten für ein Sterbe in Würde ein. Die Begleitung Sterbender und deren Angehörigen ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir achten darauf, die seelischen und religiösen Bedürfnisse der BewohnerInnen wahrzunehmen und in unserem Tun zu berücksichtigen
Wir fühlen uns mitverantwortlich für eine seelische Begleitung der BewohnerInnen und ihrer Angehörigen. Wir unterstützen und fördern den Kontakt zu den verschiedenen Konfessionen und Religionsgemeinschaften.
Wir reflektieren unser pflegerisches Handeln immer wieder selbstkritisch und entwickeln unsere fachlichen, menschlichen und sozialen Fähigkeiten stets weiter.
Wir gestalten die Pflege individuell auf der Basis des Pflegemodells "AEDL" und den Regeln des Pflegeprozesses. Dabei bemühen wir uns, den BewohnerInnen und ihren Angehörigen zu helfen ihre Grenzen zu erkennen und damit sinnvoll leben zu können.

Unsere Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Allen Berufsgruppen in unserer Einrichtung erkennen wir Gleichwertigkeit zu. Wir begegnen MitarbeiterInnen, Auszubildenden, Zivildienstleistenden, PraktikantInnen und Vorgesetzten mit Achtung, Rücksicht, Wertschätzung und Geduld.
Wir wollen uns ganzheitlich begegnen und alle Bedürfnisse, Fragen, Ängsten, Grenzen und Begabungen ernst nehmen. Wir engagieren uns für den Aufbau und den Ablauf von Organisationsstrukturen, in die sich jeder mit seiner Individualität einbringen kann.
Dem Ausbildungsanspruch der SchülerInnen wollen wir gerecht werden durch gezielte Anleitung und Unterweisung. Wir unterstützen sie, ihre Fachkompetenz und ihre Persönlichkeit zu entwickeln.
Alle MitarbeiterInnen sind sich ihrer Vorbildfunktion bewusst.
Wir fördern Teamarbeit um gemeinsame Ziele zu verfolgen und partnerschaftlich zusammen zuarbeiten.
Wir ermöglichen Kommunikation in angstfreier Atmosphäre. Hintergründe und Zusammenhänge werden transparent gemacht und alle werden nach Möglichkeit an der Problemformulierung und -lösung aktiv beteiligt.
Führungskräfte sind sich ihrer besonderen Verantwortung den MitarbeiterInnen gegenüber bewusst.
Alle in der Einrichtung arbeitenden MitarbeiterInnen bilden eine (Lern)Gemeinschaft, in der es möglich ist, aus Rückschlägen und Fehlern zu lernen.

Unsere Verantwortung gegenüber uns selbst

Unser Leben ist geprägt durch unsere Beziehung zu Gott, zum Mitmenschen, zur Natur und uns selbst.
In unserer individuellen Lebensqualität sehen wir einen eigenen und unabhängigen Wert.
Wir gehen verantwortungsvoll mit unseren physischen und psychischen Ressourcen um.
Unseren zwischenmenschlichen Beziehungen im privaten und beruflichen Bereichen erkennen wir einen lebenswichtigen Stellenwert zu.
Im Erspüren eigener Begrenzungen und im Umgang mit Krisen und Konflikten sehen wir Chancen für unsere Persönlichkeitsentwicklung und übernehmen Verantwortung für unsere Entscheidungen und unser Handeln.
Zu unserem Selbstverständnis gehört auch die Fort- und Weiterbildung, um unser Fachwissen zu aktualisieren und um nach den neuesten Erkenntnissen der Pflege arbeiten zu können.
Das Wissen, dass wir in ständigen Beziehungen zu anderen leben und arbeiten, lässt uns in Belastungssituationen professionelle Hilfen wie Supervision, geistliche Begleitung und Beratung, sowie kollegiale Beratung annehmen.